Die Polizei im Haus des Jugendrechts in Wiesbaden

Strukturell gehört der polizeiliche Teil des Hauses des Jugendrechts (HdJR) Wiesbaden zur Polizeidirektion Wiesbaden und wurde dort dem Regionalen Ermittlungs- und Fahndungsdienst angegliedert. Die örtliche Zuständigkeit erstreckt sich auf das gesamte Stadtgebiet Wiesbaden (inkl. Vororte) mit seinen ca. 273.000 Einwohner (davon in der Altersgruppe 6 bis unter 21 Jahren ca. 38.600 Einwohner).

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Polizeimarke in einer Hand

Neben der repressiven Bearbeitung von Ermittlungsverfahren gegen Jugendliche und Heranwachsende, legt die Polizei einen hohen Wert auf die vorbeugende Bekämpfung von Jugenddelinquenz.
 

Um diesem ganzheitlichen Ansatz gerecht werden zu können, wurden seitens der Polizei im HdJR drei Sachbereiche, Arbeitsgruppe (AG) Jaguar, Besonders auffällige Straftäter unter 21 Jahren (BASU21) und Präventive Intervention, eingerichtet. Weiterhin firmieren die Jugendsachbearbeiterinnen und Jugendsachbearbeiter der fünf Wiesbadener Polizeireviere unter dem Dach des HdJR.
 
Die bereits seit 1993 bestehende AG Jaguar, die sich auf die Bekämpfung der Straßen- und Gewaltkriminalität von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden in Wiesbaden spezialisiert hat, wurde mit ihrem gesamten Aufgabengebiet in das HdJR übernommen. Eine besondere Bedeutung kommt im Haus der Sachbearbeitung von Delikten zu, die durch jugendliche Mehrfach- und Intensivtäter (MIT) begangen wurden. Bei den sogenannten Mehrfach- und Intensivtätern handelt es sich um Personen, die wiederholt Straftaten begehen und sich trotz erster staatlicher Sanktionen nicht von einer weiteren Straftatenbegehungen abschrecken lassen.
 
Der Sachbereich BASU21 ist auch präventiv ausgerichtet und verfolgt das Ziel, die Gefahr des Abgleitens besonders auffälliger Jugendlicher und Heranwachsender in dauerhafte Delinquenz frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Zu diesem Zweck wird für den betreffenden Jugendlichen zunächst eine Prognose seines künftigen Verhaltens erstellt, um im Anschluss unter Einbindung der Eltern und weiterer Institutionen Gegenmaßnahmen entwickeln und umsetzen zu können. Durch eine konsequente, individuell angepasste und gemeinsame Intervention der Netzwerkpartner soll das Begehen von weiteren Straftaten verhindert und eine Verhaltensänderung bei den Delinquenten herbeigeführt werden.

Die Präventive Intervention im Haus des Jugendrechts führt regelmäßige täter- bzw. fallorientierte praktische Präventionsarbeit durch. Darüber hinaus werden Veranstaltungen zu Themen der allgemeinen Präventionsarbeit mit jugendspezifischem Charakter an Schulen und anderen Einrichtungen durchgeführt. Insbesondere werden hier die Themenfelder der Jugendkriminalität und -delinquenz mit ihren typischen Erscheinungsformen vorgestellt und erörtert und die Rolle der Polizei ganzheitlich dargestellt. Hierbei wird besonders Wert drauf gelegt, dass die Präventionsarbeit in einem schulpädagogischen Konzept eingebettet ist.

Ferner unterstützt die Präventive Intervention in Abstimmung mit der Jugendkoordinatorin der Polizeidirektion Wiesbaden Maßnahmen im Bereich des Jugendschutzes (z. B. Jugendschutzkontrollen).
 
Die jugendspezifische Ermittlungsarbeit der Jugendsachbearbeiter wird schwerpunktmäßig im jeweiligen Revierbereich durchgeführt, wobei eine enge Abstimmung und ein reger Austausch mit den Sachbearbeitern im Haus des Jugendrechts stattfinden. Hierdurch werden Informationen über straffälliges Verhalten Jugendlicher

oder szenetypische Brennpunkte in den jeweiligen Revierbereichen zusammengeführt.

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